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Es ist üblich, in dem Versuch, das Unbekannte zu definieren, von bekannten Modellen auszugehen. Oft machen Sozialforscher von diesem Verfahren übermäßig starken Gebrauch. Ein Mißbrauch der vergleichenden Analyse hat zweifellos Blindheit zur Folge, wenn man es mit Verhaltensnormen, Glaubensinhalten oder persönlichen Erfahrungen zu tun hat, die sich nicht erklären lassen, ohne daß man jeden anderen Faktor und die jeweiligen Ähnlichkeiten ausschließt. Religion ist offensichtlich die für den Menschen charakteristische Suche, die der Geist unternimmt, um das „Unendliche“ zu begreifen, das Sehnen und Streben des Wesens aufgrund seiner Empfindung unerfüllter Sehnsucht nach Unendlichkeit. Religion ist somit eine absolute Notwendigkeit und nichts Geringeres als ein Grundelement des menschlichen Daseins, vom einzelnen empfunden als ein Bedürfnis nach „Kommunikation mit dem Unendlichen“. Sie ist die Quelle dessen, was den Menschen aufrechterhält und wovon er in vierlerlei Hinsicht abhängt. Den eindeutigen Beweis hierfür erbringt die anthropologische Analyse, in der ein ausgeprägtes religiöses Glaubensbekenntnis oder dessen Fehlen für Wissenschaftler ein wesentlicher Faktor ist, um soziale und individuelle Normen des Verhaltens von Gesellschaften verstehen zu können.
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